Donnerstag, 7. Juli 2016

[Rezi]: "Fränkische Vergeltung" (Jaqueline Lochmüller)

Inhalt:

Hanno Reichert, ein unscheinbarer Einzelgänger, kommt bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass es keineswegs die Verletzungen des Unfalls waren, die ihm das Leben gekostet haben, sondern eine ungewöhnliche Mischung aus einer Pilzvergiftung und Insulin im Blut – und das, obwohl er kein Diabetiker ist.
Das Ermittlerteam um Benita Luengo hat damit einen neuen Fall auf dem Tisch, den es zu lösen gilt.
Doch damit nicht genug, denn es gibt noch einen vermissten Stadtrat…

Meine Eindrücke:

„Fränkische Vergeltung“ kommt mit einem für mich typischen „Emons“-Cover daher, das bereits auf die Region Bezug nimmt: Hier ist das Alte Schloss in wunderschöner Beleuchtung abgebildet, das neugierig auf den Inhalt im oberfränkischen Bayreuth macht.

Auch wenn es sich nach „Fränkische Verführung“ bereits um den zweiten Teil der Reihe handelt, war es für mich der erste Krimi aus der Feder von Jaqueline Lochmüller. Der Inhalt erstreckt sich auf 223 Seiten, die in kurze Kapitel unterteilt sind.

Schnell lernt der Leser die Ermittlerin Benita Luengo sowie ihren Mitarbeiter Julius kennen.
Der Autorin gelingt es sehr gut, die beiden zu charakterisieren und dabei den Spagat zwischen Ermittlungsarbeit und Privatleben in perfekter Balance darzustellen.
Nun mag man über Benitas Lebensstil halten, was man möchte, doch empfinde ich sie als sympathische Person, die im Privaten ihr Päckchen zu tragen hat, was vermutlich im ersten Band genauer thematisiert wird. Auch ihr Umfeld (Familie und Nachbarn) wird dem Leser vorgestellt, so dass man sich rundum ein gutes Bild von ihr machen kann.
Julius wirkt manchmal ein wenig jung und unerfahren, aber dennoch sehr versiert in der Ermittlungsarbeit. Auch der Umgang der beiden miteinander bereitet mir beim Lesen große Freude.

Den Schreibstil Lochmüllers empfinde ich als durchgehend angenehm. Locker-flockig und doch nicht zu seicht. Der fränkische Dialekt wird nicht zu ausgeprägt dargelegt, so dass die Dialoge auch von Nichtfranken problemlos verstanden werden kann.
Das Lokalkolorit könnte stellenweise ein wenig ausgeprägter sein, jedoch ist das für mein Empfinden nicht unbedingt nötig, da die Autorin den Leser durch die Straßen führt und damit den Regionalaspekt bereits erfüllt.

Der Kriminalfall an sich ist gut konstruiert, die „Mordwaffe“ alles andere als alltäglich – das gefällt mir!
Ein wenig negativ aufgestoßen ist mir persönlich, dass gefühlt jeder der zahlreichen Verdächtigen in irgendeiner Form Zugang zum tödlichen Mittel gehabt haben soll. Das war für mich ein wenig überzogen, hat jedoch den Handlungsverlauf nicht nachhaltig gestört und spiegelt meine subjektive Empfindung wieder.

Fazit:

Insgesamt kann ich nur zusammenfassend sagen, dass ich mich richtig gut unterhalten gefühlt habe und voller Vorfreude dem dritten Band der Reihe entgegenblicke.
Diese Wartezeit werde ich mir mit dem Lesen des ersten Teils verkürzen, den ich aufgrund der tollen Leseerfahrung direkt besorgt habe!
Wer also neben einem interessanten Kriminalfall Lust auf ein sympathisches Ermittlerteam hat, der ist hier auf jeden Fall richtig!