Sonntag, 14. August 2016

[Rezi] "Luzerner Todesmelodie" (Monika Mansour)

erschienen am 21.07.2016
im emons-Verlag
Taschenbuch, 336 Seiten
11,90 EUR
ISBN: 9783954519507
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Inhalt:

Als Cem Cengiz und sein Team zu einem Überfall auf eine Radfahrerin gerufen werden, fällt in der daneben liegenden Villa ein Schuss – klar, dass der Ermittler hier direkt gefordert ist. Und der Fall scheint so einfach: Neben den beiden Leichen, eine erschossen, die andere erstochen, befindet sich Neven O’Brian, der exzentrische Geiger. Doch kann der Fall wirklich so einfach liegen? Schnell wird klar, dass hier etwas nicht stimmt, Neven muss freigelassen werden. Im Laufe der folgenden Ermittlungen muss Cem erkennen, dass Der Fall für ihn immer persönlicher wird…

Meine Eindrücke:

Nachdem mich die Autorin Monika Mansour bereits mit „Himmel, Hölle, Mensch“ richtig begeistern konnte, war meine Freude groß, als ich feststellen durfte, dass der Nachfolger und damit schon dritte Teil um Cem Cengiz in den Startlöchern steht.
Schon der Einstieg ist ihr perfekt gelungen, sie wirft den Leser ins eiskalte Wasser bzw. mitten in die Geschichte. Was so einfach erscheint, kann so simpel unmöglich sein – oder etwa doch?!
Die Charaktere hat sie derart gelungen beschrieben, dass man nicht umhin kommt, sie sich direkt vorzustellen. Sowohl Cem Cengiz, den Ermittler mit türkischen Wurzeln und einem … sagen wir mal… komplizierten Liebesleben, als auch seine Kollegen werden dem Leser quasi ganz nebenbei mit ihren Eigenheiten und Beziehungen zueinander vorgestellt. Ich denke, hier kann man problemlos als Quereinsteiger mit der Reihe beginnen, ohne, dass es für die Bekannten langweilig wird – das muss man als Autor auch erst einmal schaffen!
Wer jedoch die Vorgänger kennt, wird feststellen, wie sich vor allem Cem im Laufe der Zeit entwickelt, was ich richtig klasse finde!
Auch die Vielschichtigkeit der Figuren sagt mir zu, denn hier gibt es mehr als „den typischen“ Polizisten. Selbst vermeintliche Nebenfiguren bekommen einen angemessenen Raum.
Eine besondere Beziehung baut der Leser zu Neven, dem exzentrischen Stargeiger auf, der einerseits furchteinflößend wirkt, es jedoch auf der anderen Seite hervorragend beherrscht, sein Umfeld für sich einzunehmen. Fast hat man das Gefühl, als hätte er ein gewisses Eigenleben begonnen. Müsste ich seinen Charakter zusammenfassen, so würde ich ihn als „Bad Boy mit Charisma“ bezeichnen.
Neben den genial gelungenen Figuren fielen mir als Leser weitere Details angenehm auf: die Kapitel haben eine angenehme Länge, so dass es umso schwerer fällt, das Buch aus den Händen zu legen – das nächste Kapitel dauert ja nur ein paar Minuten.
Überhaupt ist das Buch von Beginn an sehr temporeich, man hat kaum Zeit zum Verschnaufen, da geht es auch schon wieder direkt weiter!
Dadurch ist permanent Spannung da, die unfassbarerweise am Ende sogar noch gesteigert werden kann – so macht ein Krimi richtig Spaß! Selten habe ich so lange im Trüben gefischt, mich so sehr auf falsche Fährten führen lassen, so viele neue Fragen beim Lesen aufploppen sehen…
Im Übrigen ist natürlich auch das Cover erwähnenswert. Hier ist der Konzertsaal des KKL (Kultur- und Kongresszentrum Luzern) in einer bläulichen Beleuchtung zu sehen, die in gewisser Weise schon eine Kühle ausstrahlt.

Fazit:

Insgesamt muss ich einfach ein großes Kompliment an Monika Mansour aussprechen, die mir mit der „Luzerner Todesmelodie“ auf jeden Fall eines der größten Highlights der letzten Zeit geboten hat! Ohne Frage muss man diesen Krimi uneingeschränkt weiterempfehlen!


Ein dickes DANKESCHÖN an den Emons-Verlag für das Rezensionsexemplar und Monika Mansour, die die Leserunde auf Lovelybooks voller Elan betreut hat!

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