Sonntag, 17. Januar 2016

[Rezi] "Lauras letzte Party" (J.K. Johansson)

erschienen am 06.07.2015
Suhrkamp
Broschiert, 266 Seiten
8,99 Euro
ISBN: 9783518465905
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Inhalt:

Miia Pohjavirta muss ihren Job bei der Polizei an den Nagel hängen und kehrt als Sonderpädagogin an ihre alte Schule zurück. Dort sucht sie Ruhe für ihr künftiges Leben, wird jedoch schnell von der Realität eingeholt: Laura, eine 16jährige Schülerin, ist verschwunden. Miia beginnt selbst Nachforschungen anzustellen und findet sich in den Verstrickungen der Ermittlung wieder…

Meine Eindrücke:

Als Fan der skandinavischen Schreibkultur war ich sehr neugierig auf den Auftakt der Trilogie von J.K. Johansson. Ein packender Jugendthriller aus Finnland wurde angepriesen.
Das Buch, pardon, Büchlein kam mit 267 Seiten bei mir an.
Ok, das Cover ist düster in einem schmutzigen grünlich-grau gehalten und gefällt mir soweit ganz gut. Auch die dargestellte Klippe gibt bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das, was den Leser hier erwarten könnte.

Mit dem Lesen wurde mir schnell klar, dass wohl eher junge Jugendliche angesprochen werden sollen oder solche, die es eher simpel haben. Die Sprache ist ordentlich, aber nicht besonders ausgefeilt. Damit kann ich jedoch leben. Nicht jedes Buch muss sich stilistisch auf einem hohen Niveau ansiedeln.

Die Protagonistin hingegen… Nun ja…. Ich kann nicht behaupten, dass ich sie absolut schrecklich finden würde, aber irgendwie ist sie etwas… farblos… Sie soll einen super Job als Internetexpertin bei der Polizei gehabt haben, den sie wegen ihrer Internetsucht aufgegeben hat, kämpft aber extrem mit sich und ihrem Facebook-Account. Vielleicht sollten hier nur die Gefahr und die Folgen der Internetsucht aufgeführt werden, doch wurde es irgendwann doch eher langweilig, immer wieder das Gleiche zu lesen.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass bei diesem Buch jede Menge Potenzial einfach weggeschenkt wurde.
Die story klingt gut und verlockend, die Umsetzung ist meines Erachtens nicht so ganz geglückt.
Vielmehr hatte ich vielfach den Eindruck, dass ein eigentlich in sich geschlossenes Buch auf das Pferd der Trilogien aufspringen wollte und der Leser zu mehr Umsatz „gezwungen“ werden soll.
Eine für mich nicht befriedigende Lösung. Lieber gebe ich für ein gelungenes, dickes Buch mehr Geld aus, als mich auf wenigen Seiten durch einen erschreckend hohen Anteil derselben mit mäßigen Inhalt zu lesen und am Ende durch einen Cliffhanger abrupt gestoppten Handlungsstrang quasi selbst an der Klippe zu stehen.

Nun kann ich nicht behaupten, „Lauras letzte Party“ hätte mir gar nicht gefallen, das nicht. Denn es gab Passagen, die mich durchaus angesprochen haben, auch wenn selbst für meinen Geschmack das Privatleben der Protagonisten zu viel Raum eingenommen und damit die Spannung des eigentlichen Falls ausgestochen hat.
Dabei konnte die düstere Stimmung, die für mich die nordischen Thriller ausmachen, gar nicht richtig aufkommen. Schade drum!
Zudem ärgere ich mich einfach sehr und fühle mich als Leser verschaukelt, wenn so offensichtlich eine vermutlich in sich stimmige Geschichte zerhackstückelt wird, nur um daraus mehrere Bände zu machen.
Da vergeht mir aus Prinzip ein wenig die Lust auf Teil 2+3.

Fazit:

Lange habe ich mit meiner Bewertung gerungen und habe mich schließlich dazu entschieden, 3 Schäfchen zu vergeben: Story gut, aber leider nicht ausgereift. Man kann es lesen, muss es aber nicht und am Schluss bin ich doch neugierig darauf, wie es weitergeht – aber ob ich dem noch nachgehen werde, da bin ich noch nicht ganz sicher….


Kommentare:

  1. Ich gestehe, ich fand "Lauras Party" gut und auch irgendwie spannend. Nur das Ende, das ein Cliffhanger war, da war ich enttäuscht. So ist man eigentlich gezwungen, die beiden anderen teile zu lesen. Aber naja, sie liegen auf meiner SUB :)
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

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    1. Oh, warum ging dein Kommentar bei mir unter?
      Tut mir leid!!
      Ja, der zu arge Cliffhanger hat es mir dann auch vermiest, schade drum!

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  2. Huhu!

    Danke für deine aussagekräftige Rezension, jetzt konnte ich dieses Buch guten Herzens von meiner Wunschliste streichen. Ich hatte bei diesem Buch schon immer so meine Bedenken gehabt und da du genau das als negativ empfunden hast, ist das Buch wohl eher nichts für mich.

    Liebe Grüße :)
    Kathi von Lesendes Federvieh

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    1. Hallöchen!

      Hm, naja, es gab auch wirklich begeisterte Stimmen, so ist es nicht. Aber die Kritikpunkte haben es mir persönlich ziemlich verhagelt - auch wenn ich inzwischen immer wieder mit dem Gedanken spiele, mir doch noch die anderen zu holen... Nur bin ich ein schrecklicher Prinzipienreiter manchmal... *gg*

      Liebe Grüße!

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  3. Hallöchen :o)

    Ach, wie schade. Cover und Inhalt sprachen mich erst sehr an. Schade, dass die Umsetzung dann nicht ganz so gelungen ist. Trotzdem eine sehr interessante Buchvorstellung, die mir sehr gefallen hat :o)

    Liebe Grüße Tanja

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    1. Hallo Tanja,

      freut mich, dass dir die Rezi gefallen hat, auch wenn sie leider nicht so positiv ausgefallen ist.

      Herzliche Grüße,
      Agnes

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