Donnerstag, 26. Februar 2015

Rezension zu "Alleine war gestern" (Beatrice Meier)

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar über vorablesen erhalten, wofür ich mich an dieser Stelle nochmals bedanken möchte!

erschienen am 09.02.2015
Verlag: Kiwi
Taschenbuch: 9,99 EUR
304 Seiten
ISBN: 9783462047509
Inhalt:

Als Philip, der gerade noch in Afrika als Arzt praktiziert hat, zufällig seiner Jugendfreundin Ricarda über den Weg läuft, lädt er sie spontan ein, Teil seiner WG zu werden – jedoch gibt es diese umständehalber gerade einmal seit 2 Minuten und die weiteren Mitbewohner fehlen bislang. Da Ricarda in ihrer Wohnung mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen zu rechnen hat, nimmt sie sein Angebot an. Schneller als erwartet füllt sich das Haus von Philips verstorbener Mutter mit neuem Leben und ein bunter Haufen netter Menschen um die 60 herum kommt so zusammen…

Meine Meinung:

Vom lustigen Cover angelockt, das mit den bunten Macarons in der Buchhandlung direkt meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, kam ich direkt zum Klappentext – eine Ü60-WG, was für eine lustige Idee, zumal ich erst kürzlich lesenderweise am Leben einer Ü40-WG teilhaben durfte und meinen Spaß daran hatte. Dann geht es also auf zur nächsten Altersstufe ;-).

Beatrice Meier hat die knapp über 300 Seiten in sehr knappe Kapitelchen eingeteilt, die teilweise sogar nur 2-3 Seiten umfassen. Dadurch kommt schnell Tempo in die Geschehnisse und es gelingt mühelos, alle Charaktere perfekt unter einen Hut zu bringen, ohne dass einer von ihnen zu kurz kommt. Sehr interessant fand ich den Kontrast zwischen der doch eher jung, teilweise fast schon jugendlich geprägten Sprache der Autorin und dem relativ hohen Alter der Protagonisten. Diese stellen sehr unterschiedliche Charaktere dar, was der Geschichte natürlich eine gewisse Würze verleiht:
Ricarda, die schnell so etwas wie die „WG-Mutti“ darstellt, glänzt durch ihr Organisationstalent. Sie ist sehr sympathisch und kennt Philip schon seit ihrer Jugend.
Philip, der beste Freund von Ricardas Mann, bietet die Räumlichkeiten und ist ansonsten eher zurückhaltend.
Uschi, eine quirlige Wurstverkäuferin, hat sich bis zum Tod von Philips Mutter um diese gekümmert. Sie stellt ein wenig den Gegenpol zu dem ansonsten so gebildeten Haufen dar und ist mir – vielleicht nicht nur wegen ihrer lustigen Art – sehr ans Herz gewachsen.
Harry ist ein kleiner Grummel, aber auf seine Art auch ein sehr liebenswerter Zeitgenosse – immerhin traut er sich problemlos, auch unbequeme Wahrheiten direkt auszusprechen!
Dahingegen ist Eckart ein sehr ruhiger Mensch, der seiner verstorbenen frau noch immer arg nachtrauert.
Nicht zu vergessen Ralf, der kleine dicke WG-Dackel, der alle Bewohner mit seinem Charme verzaubert.

Die Kürze der einzelnen Kapitel erschien mir anfangs noch sehr angenehm, weil der Leser dadurch sehr schnell alle Beteiligten kennenlernen kann, jedoch wurden sie zwischenzeitlich für mich persönlich ein wenig zum Problem: Zum einen hatte ich durch diverse Zeitsprünge an manchen Stellen das Gefühl, Meier möchte die Geschichte „mit Gewalt“ vorantreiben, zum anderen fehlte es mir leider an einigen Stellen an Tiefgang. Es wird durch die Ereignisse durchgaloppiert und schon im nächsten Kapitel scheint es häufig wieder um ganz andere Angelegenheiten zu gehen. Zwar gab es durchaus einen roten Faden, jedoch wurden für meinen Geschmack die Gedanken und Gefühle teilweise zu oberflächlich behandelt, wenn man bedenkt, wie gravierend die Ereignisse in das Leben aller einschneiden.
Gut gefallen hat mir hingegen, dass auch Ricardas Tochter eine nicht unerhebliche Rolle spielt, selbst ohne ein WG-Mitglied zu sein. Das hat gezeigt, dass es auch jenseits der 4 Wände noch ein Leben gibt.

Fazit:

Insgesamt wurde ich hier gut unterhalten, vermute aber, dass es kein Buch sein wird, das mir nachhaltig in Erinnerung bleiben wird, was ich schade finde, da die Thematik vermutlich immer mehr an Aktualität gewinnen könnte.
Eine Leseempfehlung kann ich daher nur teilweise aussprechen: Für diejenigen, die in die Thematik „Alters-WG“ hineinschnuppern möchten, ist es sicher ein unterhaltsamer Anfang. Aber sonderlich viel Tiefgang oder eine Beleuchtung der Grundfragen einer WG-Organisation (wie sieht es beispielsweise mit den Kosten aus?  Gibt es einen Putzplan? Sonstige Regeln? usw.) werden nicht unbedingt gefunden werden.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Rezension zu "Das kleine große Glück" (Lucy Dillon)

erschienen am 15.12.2014
Verlag: Goldmann
Taschenbuch: 8,99 EUR
544 Seiten
ISBN: 9783442482177
Dieses wundervolle Buch habe ich in einer Leserunde bei wasliestdu mitlesen dürfen. Ein herzliches Dankeschön hierfür an dieser Stelle!

Inhalt:

Die 33jährige Gina muss noch einmal von vorne beginnen, nachdem sie sich in den letzten Jahren den Tücken des Lebens stellen musste. Nun gilt es, einen Neuanfang in einer neuen Wohnung zu finden – die jedoch nach ihrem Einzug völlig zugestellt mit Kisten ist. Beim Ausräumen derselben fasst Gina einen Entschluss: sie möchte nur 100 Dinge behalten, der Rest kommt weg. Doch während sie nach und nach ihre Habseligkeiten ausräumt und sortiert, merkt sie, worauf es wirklich ankommt im Leben, das natürlich weitergeht….

Meine Meinung:

Lucy Dillon hat mir den Einstieg hier nicht leicht gemacht.
Sehr hoch war meine Erwartungshaltung an dieses Buch, da ich mich allein schon anhand des Klappentextes spontan mit Gina identifizieren konnte: Ein Neuanfang in einer viel kleineren Wohnung, die vollen Umzugskisten, die sich bis an die Decke stapeln und die damit verbundene Schwierigkeit, hier nun aussortieren zu müssen, ob man will oder nicht.
Die Idee mit den 100 wichtigsten Gegenständen finde ich super. So beginnt jedes der Kapitel mit einer kurzen Beschreibung eines Gegenstands, der sich im Laufe der folgenden Seiten wiederfinden lässt.
Dillon vermischt hier fast unmerklich die Gegenwart mit Geschichtsteilen, die der Vergangenheit zuzuordnen sind, so dass der Leser nach und nach ein Gesamtbild zusammensetzen kann. Viele Fragen klären sich im Lauf der Geschichte, so dass wir nicht nur die Gina von heute kennenlernen, sondern auch die Umstände, die sie zu der Person gemacht haben, die sie heute ist.
Anfangs jedoch kam ich immer wieder ins Stocken, da man sich beim Lesen sehr in Details verliert. Einerseits mag ich die genauen Beschreibungen sehr, aber stellenweise wurde es mir dann doch etwas zu viel des Guten, so dass ich das Buch trotz des grandiosen Plots immer wieder etwas zur Seite legen musste. Dies hatte aber auch einen entscheidenden Vorteil: Ich konnte mich länger erfreuen an einer Geschichte, die ich sonst vermutlich geradezu verschlungen hätte.
So bekam ich die Möglichkeit, genauer über das Gelesene nachzudenken und Schlüsse für mein Leben zu ziehen. Dies mag etwas übertrieben klingen, ist es aber nicht.
Dieses Buch hat mich berührt wie kaum ein anderes, zum Nachdenken bewegt und letztendlich auch für Entscheidungen gesorgt, die ich sonst vielleicht anders getroffen oder vor mich hingeschoben hätte.
Allein die Frage „Was ist wirklich wichtig im Leben?“ stellt sich der aufmerksame Leser automatisch.
Ich möchte nicht zu viel vom Plot verraten, kann jedoch versichern, dass ich jede Seite genossen habe, trotz – oder vielleicht gerade wegen? – der teilweise sehr detailreichen Beschreibungen und dahingehenden Lesepausen, die ich einlegte.
Während man sich die eine oder andere Entwicklung sehr gut hat denken können, wurde ich persönlich doch immer wieder überrascht von teilweise unerwarteten Wendungen.
Das offene Ende hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack, da ich Gina von Herzen ein klares positives Ende gewünscht hätte, doch hat es auch seinen Reiz, sich nun vorzustellen, wie es weitergeht mit ihr und ihren Lieben.

Fazit:

Ich kann für dieses lebensbejahende Buch einfach nur eine klare Leseempfehlung aussprechen für jeden, der sich nicht stört an detailreichen Erzählungen, sondern sie vielmehr genießt und auf sich wirken lässt!

Es ist vollbracht...

Die Lesemaus im Schafspelz geht online! :-)

Was als Idee schon lange in meinem Kopf vor sich hinbrodelte, wird nun amtlich:
Ich blogge!

Oh mein Gott!
Bekomme ich das hin?

Kaum zu fassen, dass die Tücken der Technik mich schon im Vorfeld ein wenig in Atem gehalten haben... Gut, zu meiner Verteidigung sei gesagt: Ich bin Blogger-Jungfrau und habe mich entsprechend erst einmal mit dem System hier anfreunden müssen bzw. bin noch immer dabei. Habt also bitte Verständnis, wenn sich hier vielleicht doch noch die eine oder andere Einstellung ändern wird - ich befinde mich noch in der Testphase ;-).

Aber zunächst einmal:

Herzlich Willkommen!
Du hast zu meinem Blog gefunden, das finde ich toll!
Wenn ich dich auch noch unterhalten kann, dann habe ich mein Ziel ja erreicht ;-).

Wer ist eigentlich diese Lesemaus im Schafspelz?
Vielleicht bin ich dem einen oder anderen von euch schon irgendwo in den Weiten des Internets begegnet. Dann sollte ich mich mal kurz vorstellen:
Nun, ich bin eine 34-jährige Büchernärrin, die so lange sie denken kann dem Lesen verfallen ist. Schon als Kind waren die gedruckten Seiten meine ständigen Begleiter - und daran hat sich bis heute nichts geändert! Viel zu viele spannende, rührende, unterhaltsame Seiten wollen gelesen, Geschichten erobert werden. 
Dabei bin ich nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt, sondern schnappe mir querbeet das, wonach mir gerade ist. Wenn ich mir mein Regal so ansehe, dann stechen doch sehr viele Krimis und Thriller ins Auge, aber auch klassische "Frauenromane", die zum Schmunzeln einladen. Meine Liebe zu Jugendbüchern ist ungebrochen, viele von ihnen sind auch für Erwachsene durchaus lesenswert. Seit einiger Zeit kommen auch zunehmend Sachbücher hinzu, welche die Gesellschaft kritisch beleuchten. 
Aber nicht nur in gedruckter Form können mich Bücher begeistern. Gerne riskiere ich auch einen Satz heißer Ohren, wenn ich mir - bevorzugt bei der Hausarbeit oder auf Autofahrten - die Zeit mit Hörbüchern vertreibe. Anfangs noch skeptisch von mir beäugt, halte ich sie heute für eine gelungene Ergänzung, da es Situationen gibt, in denen die Augen anderweitig beschäftigt sind ;-).

Und warum nun der Blog?
Tja, ich rezensiere wahnsinnig gerne und tausche mich mit anderen Lesern über Bücher aus - das wird wohl kaum einen von euch überraschen, oder?
Über eine Freundin kam ich zunächst zu lovelybooks.de, später noch zu anderen Plattformen.
Für mich ist es immer spannend zu sehen, wie die Inhalte auf andere wirken, die mich besonders begeistert oder eben auch nur mäßig unterhalten haben und ich denke, ein Buchblog bietet sich als zusätzliche Möglichkeit an, mit anderen Leseratten in Kontakt zu treten.

Also, enttäuscht mich bitte nicht, und nehmt es mir bitte nicht krumm, wenn sich vielleicht noch kleine Blogger-Anfängerfehler hier einschleichen - ich bin lernfähig ;-).

Eure Agnes