Montag, 22. Juni 2015

[Rezension] zu "Heilbronn 37°" (Henrike Spohr) - Teil 1 des Autorenspecials

erschienen am 23.07.2014
Emons Verlag
Taschenbuch 254 Seiten
9,90 EUR
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Inhalt:

Als Tamara die Möglichkeit bekommt, eine eigene Vernissage zu veranstalten, geht ihr größter Wunsch in Erfüllung. Natürlich arbeitet sie wie besessen an neuen Werken, die der Ausstellung und damit der aufstrebenden Künstlerin zu großem Ruhm verhelfen sollen. Doch all der Stress scheint ihr zu Kopf zu steigen, denn sie fühlt sich verfolgt… Paul, der Mann an ihrer Seite, weiß von ihrer dramatischen Vergangenheit, die durch ein traumatisches Erlebnis geprägt wurde, und steht ihr zur Seite.
Daneben gibt es Anna, Ehefrau des erfolgreichen Anwalts Andreas Ackermann, der es materiell an nichts mangelt: Nebst großem Haus kann sie sich im Swimmingpool die Zeit vertreiben – doch sie ist einsam.
Doch was führt diese beiden Erzählstränge zusammen?

Meine Eindrücke:

Aber von vorne: Im Zuge des „Welttag des Buches 2015“ gehörte ich zu den glücklichen Gewinnerinnen, die den Erstling „Heilbronn 37°“ gewonnen haben – die Freude war groß! Wo ich doch eine ausgeprägte Vorliebe für Krimis habe, insbesondere für welche mit ausgeprägtem Lokalkolorit.
Als mich das Buch erreicht hat, war die Freude umso größer, da Henrike Spohr, die junge Autorin, eine sehr süße Widmung hineingeschrieben hat – danke schön! Da liest sich ein Buch doch gleich noch lieber! :-)
Unterteilt ist das Debüt in drei Teile: „schwarz“, „weiß“ und „rot“, die sich auf 254 Seiten erstrecken und in Kapitel von einer sehr angenehmen Länge eingebunden sind.
Schon auf Anhieb wurde ich mit dem Schreibstil schnell vertraut und genoss ihn.
Auch ging mir schnell sie Stimmung unter die Haut – man merkt, da stimmt etwas nicht, vermag es aber nicht sofort zu greifen. Die schwüle Luft und drückende Hitze des Sommers heben diese knisternde Spannung noch zusätzlich hervor!
Durch die gekonnten Wechsel zwischen den Paaren – Tamara und Paul einerseits, Anna und Andreas andererseits – lernt der Leser alle Charaktere gut kennen, ohne sie „in und auswendig“ zu kennen. Schnell kommen erste Fragen auf: Wer hat Tamara in ihrer Jugend festgehalten? Warum schweigt sie bis heute über den Täter? Bedroht Jo sie wirklich oder sind es „nur“ flashbacks, die auf ihren Stress zurückzuführen sind? Und wer ist der Mann, der sie zu beobachten scheint?

Da meint man, des Rätsels Lösung gefunden zu haben, schon muss man seine Meinung wieder revidieren und neue Ansätze finden…
Henrike Spohr gelingt es, Spannung vom Anfang bis zum Schluss aufkommen zu lassen, ohne dass die storyline zu kontruiert wirkt.

Auch das Cover ist einfach perfekt gewählt: das Gewitter wirkt schon bedrohlich genug, so dass noch vor dem Lesen in die Atmosphäre eintauchen kann.
Dass am Ende der Lokalkolorit vergleichsweise wenig ausgeprägt ist, hat mich hierbei überhaupt nicht gestört.
Einzig die Einteilung als "Krimi" ist etwas verwirrend, da ich nicht alleine mit der Meinung bin, es ist eher ein Thriller, Psychothriller oder Psychodrama, wie die Autorin ihr Werk selbst sieht!

Fazit:

Mich konnte sie absolut fesseln und von ihren Qualitäten überzeugen, so dass ich mich schon jetzt auf das nächste Buch aus ihrer Hand freue wie ein kleines Kind auf Weihnachten!
Herzlichen Dank für diese gelungenen Lesestunden!

Eine Empfehlung gibt es für all diejenigen, die Spannung mögen, bei der es nicht unbedingt immer vor Blut triefen muss – das Subtile hat hier eindeutig gesiegt!


Kommentare:

  1. Huhu^^
    Wow, das nenn ich mal eine tolle Rezi :o Du konntest selbst mich davon überzeugen dass Buch auf meine Wunschliste zu setzten, obwohl ich Krimis eigentlich nie lese:D Gratulation! xD Ich war total baff als ich das Cover gesehen habe, denn ich lebe in Heilbronn! Ich wusste nicht, dass es so ein Buch gibt, aber dank deiner tollen Rezi hab ich's nun gefunden :D
    Liebste Grüße
    Natalie

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    1. Hallo Natalie,
      es ist auf jeden Fall lesenswert, finde ich!
      Und bald wird noch etwas dazu folgen - da freue ich mich jetzt schon drauf!

      Liebe Grüße,
      Agnes

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  2. Auch wenn ich Heilbronn nicht kenne - deine Rezension macht absolut Appetit auf dieses Buch! Die psychische Dynamik zwischen vier offen dargestellten und weiteren, im Hintergrund agierenden Charakteren hast du packend skizziert - gerade so viel, dass ich neugierig werde. Mit anderen Worten: Perfekt angefüttert (;
    Liebe Grüße
    Marion

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    1. Hallo Marion,
      vielen Dank für die Blumen! :-)
      Ich selbst habe auch nicht unbedingt eine persönliche Verbindung zu Heilbronn, aber das Buch hat mich gepackt :-)
      Liebe Grüße,
      Agnes

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  3. Coole Rezension. Bin schon gespannt, auf den 2. Teil deines Autorenspecials. Wann geht es los? Bin grad voll aufgeregt und das liegt nicht daran, dass ich bis 1:30 in der früh auf war. :-) (Ok vielleicht doch ein wenig aber was solls.)
    LG Lisa

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    1. Hihihi, was bist du denn so lange wach? :-)
      Der Beitrag geht heute Nachmittag online. Musst also gar nicht mehr so lange hibbeln ;-)
      Liebe Grüße,
      Agnes

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  4. Hallo liebe Agnes! :)

    Ich habe es endlich geschafft, das Buch zu lesen. Ganz so gut wie dir, hat es mir leider nicht gefallen, aber wenn du Genaueres wissen magst, hier ist meine Rezension dazu, ist eben erst online gegangen:
    http://janine2610.blogspot.co.at/2015/08/rezension-heilbronn-37-henrike-spohr.html
    Und ich hoffe, es ist für dich okay, dass ich deine Rezension in meiner ganz unten unter der Überschrift "Weitere Rezensionen zu vorgestelltem Buch" verlinkt habe? Falls nicht, sag mir einfach kurz Bescheid und ich lösche dich wieder raus, ja? ;)
    Alles Liebe ♥,
    Janine

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