Sonntag, 31. Mai 2015

Rezension zu "Krähenmädchen" (Erik Axl Sund)

erschienen am 21.07.2014
der Hörverlag
2 MP3-CDs: 12 h 57 min
ISBN: 9783844515312
Inhalt:

Stockholm: Eine schwer misshandelte Jungenleiche wird aufgefunden. Doch bald schon tauchen weitere Jungenleichen auf, die scheinbar niemand vermisst. Allen sind die schweren Misshandlungen gemeinsam. Kommissarin Jeanette Kihlberg bittet die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der einer der Jungen Patient war. Bei all dem Leid kommt schnell die Frage auf, wieviel Leid ein Mensch ertragen kann, bevor er selbst zum Monster wird…

Meine Eindrücke:

Das Autorenduo Erik Axl Sund hat mit „Krähenmädchen“ den Auftakt ihrer Viktoria Bergman-trilogie zu Papier gebracht.
Da die nordischen Autoren im Allgemeinen den Ruf haben, immer eine Spur heftiger zu sein als der Rest, war ich natürlich auch auf die Schweden neugierig. Das Hörbuch musste her, da mir der Haushalt mit Untermalung leichter von der Hand geht – tja, denkste!
Die Handlung ist anfangs so unübersichtlich, dass man jederzeit mit voller Aufmerksamkeit lauschen muss, um den Faden zwischen „damals“ und dem „heute“ sowie den einzelnen Orten nicht zu verlieren. Hilfreich hierbei ist jedoch, dass zu Beginn der Abschnitte jeweils benannt wird, wo man sich befindet.
Viele Protagonisten tauchen auf – nicht nur in ihrer Rolle den Fall betreffend, sondern auch in ihrer privaten Umgebung. Da es hier die eine oder andere Ähnlichkeit gibt, muss man wirklich genau aufpassen, wo man sich gerade befindet.
Entsprechend langsam läuft der Thriller an, was mich jedoch persönlich nicht sonderlich stört, da ich den backround der Protagonisten auch immer interessant finde – man weiß ja nie, wofür der noch gut ist ;-).
Die beschriebenen Details sind grausam, schrecklich und schwer nachvollziehbar – Attribute, die ich an der nordischen Literatur sehr zu schätzen weiß.
Auch der Sprecher Thomas M. Meinhardt leistet gute Arbeit; die vielfache Kritik an seiner monotonen Sprechweise kann ich selbst nicht nachvollziehen, da er für mich dadurch eine gewisse Distanz zum Geschehen herstellt und der Plot auch nach meinem Empfinden keine zusätzliche Spannung „nötig hat“.
Nun möchte ich von der vielschichten Handlung nicht zu viel verraten, daher spare ich hier an den Details.
Wichtig ist jedoch, dass „Krähenmädchen“ mit einem ganz fiesen Cliffhanger endet, so dass man umgehend Nachschub braucht!
Den kann man übrigens ganz leicht am Cover erkennen, denn die sind perfekt auseinander abgestimmt!

Fazit:

Es empfiehlt sich also nicht, die einzelnen Teile der Trilogie unabhängig voneinander zu genießen, sondern in der richtigen Reihenfolge, am Besten mit dem Nachfolger auf dem Nachttisch oder im CD-Regal, wenn es auf das Ende zugeht.

Ich zumindest bin nun unfassbar neugierig, wie es in „Narbenkind“ weitergehen wird!

Ein herzliches Dankeschön an das Bloggerportal von Randomhouse, das mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    oha. Ich fand dieses Buch einfach grauenvoll. Ich konnte wirklich nichts damit anfangen. Es war so Klischee behaftet und einfach so.. nee es hat mir gar nicht gefallen.
    Aber schön, dass die Geschmäcker so verschieden sind. :D

    Liebst, Lotta

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  2. Huhu,
    ja, diese Trilogie polarisiert ganz extrem. Man liebt sie oder man hasst sie, so ein Zwischending gibt es glaube ich nicht :-)
    Herzliche Grüße,
    Agnes

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