Donnerstag, 9. April 2015

Rezension zu "Engelsschmerz" (Anna Martens)

erschienen am 14.11.2014
Verlag: Midnight
EBook: 3,99 EUR
ca. 290 Seiten
Als ich vor Kurzem eine Email von Anna Martens bekam, war ich zunächst überrascht! Sie war doch tatsächlich über eine Rezi von mir auf meinen Blog gestoßen und hat angefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihren Thriller zu lesen - da ließ ich mich natürlich nicht lange bitten! Ich liebe Thriller und über diesen war ich schon häufiger gestolpert, er saß auf meiner WuLi, was kann es Schöneres geben :-)
Und hier ist sie auch schon, die Rezi zu diesem tollen Buch:

Inhalt:

Jule ist verschwunden. Schon seit Wochen hat ihre Mutter nichts mehr von ihr gehört. Sie spürt, dass mehr dahintersteckt. Jule ist nicht einfach verreist oder hat keine Lust auf Kommunikation. Es muss ihr etwas passiert sein. Kurzerhand reist die besorgte Frau nach München, wo sie die verwaiste Wohnung ihrer Tochter vorfindet. Doch die Polizei nimmt ihre Bedenken nicht ernst. Bis sie auf Kommissarin Annette Kirchgessner stößt, die die Sorgen der Mutter verstehen kann und helfen möchte…

Meine Eindrücke:

Anna Martens gelingt es mühelos, den Leser direkt ins Geschehen mitzunehmen. Man spürt instinktiv, dass Jules Mutter zwar eine sehr gluckenhafte Art hat, ihre Sorge hier aber berechtigt ist.
Klar, ist ja nicht umsonst ein Thriller ;-).
Doch was folgt, sind ca. 300 Seiten voller Spannung und voller Pein.
Der aktuelle Aufhänger – Internetflirting – ist sicher gerade beim jungen Leser ein Thema, das mitreißt.
Die kurzen Kapitel animieren, immer weiter zu lesen, ist ja nicht viel bis zum nächsten Abschnitt, und zum nächsten, zum nächsten…. Und schwuppdiwupp ist man schon am Ende angekommen.
Dabei beschreibt die Autorin einmal die gegenwärtigen Begebenheiten, sprich die Sorge und Suche von Jules Mutter nach ihrer sonst so zuverlässigen Tochter. Andererseits wird der Leser einige Wochen zurückversetzt, wo er die Ereignisse aus der Sicht Jules sowie ihres Peinigers erfährt. Beide Erzählstränge sind trotz der zeitlichen Sprünge leicht nachvollziehbar.
Besonders gefällt mir, dass Martens hier nicht nur aus Jules Sicht schreibt, sondern auch in die Tiefen der Seele ihres Peinigers eintaucht. Und dies gelingt ihr erschreckend realistisch…
Sowohl Jule, als auch die anderen Protagonisten werden genau beschrieben, ihre Gedanken und Taten nahezu jederzeit nachvollziehbar dargestellt.
Insbesondere die Kommissarin Kirchgessner ist mir während der Seiten ans Herz gewachsen mit ihrer menschlichen Art, so dass ich mich freue, mehr von ihr zu lesen!
Es ist nicht von Beginn an klar, wer denn nun hinter dem Ganzen steckt, der Leser wird zunächst in die Irre geführt, so dass es an Spannung nicht mangelt! Dabei möchte man der Mutter bei ihren anfangs eigenständigen Ermittlungen zu gerne helfen, ins Buch rufen, was los ist und sie auf die richtige Spur führen. Jedoch möchte man sie ebenso oft schütteln, da sie einfach zu gluckenhaft und naiv wirkt. Dennoch scheint auch sie an den Ereignissen über sich selbst hinauszuwachsen, was mir wiederum sehr gut gefallen hat!
Auch wenn ich das Cover nicht direkt dem Inhalt zuordnen kann, so ist es ein „typisches“ Thriller-Cover, das meine Neugierde sofort weckt. Einfach in schwarz-weiß gehalten mit roter Schrift und einer Feder darunter.
Einzig die leider vorkommenden Fehler (fehlende Worte oder Satzzeichen) haben mich stellenweise etwas irritiert, da dies leider meinen persönlichen Lesegenuss schmälert.

Fazit:

Insgesamt muss ich jedoch sagen, hat Anna Martens hier ganze Arbeit geleistet! Sie glänzt hier mit einem fabelhaften Debüt, das dem Leser so manche Gänsehautschauer über den Rücken treibt! Das macht  definitiv neugierig auf mehr!
Aber Vorsicht: zarte Gemüter sollten es sich genau überlegen, da es auch wirklich heftige Szenen gibt, die vielleicht nicht jedem gefallen.


Ein ganz liebes DANKESCHÖN an Anna Martens für das Reziexemplar - es war mir ein Vergnügen, dieses gelungene Debüt lesen zu dürfen!

Kommentare:

  1. Mir hatte das Buch leider nicht gefallen =(
    habs von daher auch nicht rezensiert.

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  2. Da siehst du, wie verschieden die Geschmäcke sind!
    Ich bin ja auch ein Stimmungsleser - was mir jetzt nicht gefällt, kann mich ein ander Mal vielleicht fesseln und andersrum.
    Was mochtest du daran denn nicht?

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