Sonntag, 5. April 2015

Rezension zu "Adnan für Anfänger. Mein Deutschland heißt Almanya" (Adnan Maral)

erschienen am 22.09.2014
Verlag: blanvalet
Broschiert: 14,99 EUR
256 Seiten
ISBN: 9783764505196
Inhalt: 

Adnan Maral kam als 2jähriger Sohn eines Gastarbeiters von Ostanatolien nach Deutschland. Er wuchs in Frankfurt auf und schildert hier sein Leben zwischen Currywurst und Döner mit vielen seiner Höhen und einigen seiner Tiefen. Vielen dürfte er als Metin Öztürk aus dem TV- und Kinohit „Türkisch für Anfänger“ bekannt sein, so dass das Buch vielleicht den einen oder anderen „Normalerweise-Nichtleser“ anzieht.

Meine Eindrücke:

Eingebettet in einen (vermutlich fiktiven) Arztbesuch, bei dem der Schauspieler mit den anderen Wartenden ins Gespräch kommt, erzählt er seine Geschichte.
Wir lesen Anekdoten aus seiner Kindheit, dürfen ihn auf seinen Ferienreisen in die Türkei begleiten, erfahren, wie er überhaupt zur Schauspielerei kam und lernen ihn als Integrationsbeauftragten ebenso wie als Vater kennen.
Die eingeflossenen Fotos, größtenteils aus Marals Privatarchiv, verleihen den Ereignissen eine besondere Authentizität – Hut ab!
Dabei kommt er jedoch nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, sondern vermittelt seine Eindrücke zum Thema Integration vielmehr mit einem Augenzwinkern und der dazugehörigen Prise Hümor, was dem Buch eine besondere Note verleiht.
Passagen, die mir die Lachtränchen in die Augen trieben gab es ebenso wie solche, über die ich einfach nur nachdenken wollte, so dass ich das Buch ab und an zur Seite gelegt habe, um das Gelesene wirken zu lassen. Die Mischung macht’s, sie gefällt mir außerordentlich gut, zumal ich mich mit den einen oder anderen Situatiönchen selbst ein wenig identifizieren kann, meiner Wurzeln sei Dank ;-).
Dass dabei auch häufig Bezug auf sein schauspielerisches Dasein genommen wird, ist dabei absolut klar. Jedoch muss ich zugeben, war es mit stellenweise fast ein wenig zu viel des Guten. Manche Seiten lasen sich fast schon als „Werbeveranstaltung“ für seine Filme. Das hat natürlich auch seine Berechtigung, jedoch einfach für meinen Geschmack ein bisschen too much.

Auf dem Cover schaut uns das bekannte Gesicht entgegen, als wolle uns Maral sagen „Ja, was ist?! Bin ich nun Deutscher oder Türke? Ist das überhaupt wichtig?!“ – ein Motto, das sich als roter Faden durch die rund 250 Seiten zieht.
Besonders gelungen finde ich die Gestaltung der Innenseite: Klappt man das Softcover aus, so kann man die Einschlagseiten öffnen und zum Vorschein kommt eine Flagge – doch nicht irgendeine, sondern die schwarz-rot-goldene Deutschlandfahne, auf deren roten Mittelteil der weiße Halbmond mit Stern der türkischen Flagge zentriert ist. Geniale Idee, welche die Integration beider Länder visuell kaum schöner hätte darstellen können!

Fazit:

Insgesamt muss ich aber sagen, hat mich Adnan Maral mit „Adnan für Anfänger“ sehr gut unterhalten. Es hat mir großen Spaß gemacht, ihn auf seinen Reisen zu begleiten und seine Sicht der – mal mehr, mal weniger gelungenen – Integration hier in Deutschland zu erfahren.

Daher kann ich das Buch jedem empfehlen, der einen Blick „hinter die Kulissen“ blicken möchte und dabei eben auch das Privatleben miterleben möchte.


Ein herzliches DANKESCHÖN an das Bloggerportal, insbesondere den blanvalet Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars und die Leseerfahrung, die ich damit machen durfte!

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