Mittwoch, 25. Februar 2015

Rezension zu "Das kleine große Glück" (Lucy Dillon)

erschienen am 15.12.2014
Verlag: Goldmann
Taschenbuch: 8,99 EUR
544 Seiten
ISBN: 9783442482177
Dieses wundervolle Buch habe ich in einer Leserunde bei wasliestdu mitlesen dürfen. Ein herzliches Dankeschön hierfür an dieser Stelle!

Inhalt:

Die 33jährige Gina muss noch einmal von vorne beginnen, nachdem sie sich in den letzten Jahren den Tücken des Lebens stellen musste. Nun gilt es, einen Neuanfang in einer neuen Wohnung zu finden – die jedoch nach ihrem Einzug völlig zugestellt mit Kisten ist. Beim Ausräumen derselben fasst Gina einen Entschluss: sie möchte nur 100 Dinge behalten, der Rest kommt weg. Doch während sie nach und nach ihre Habseligkeiten ausräumt und sortiert, merkt sie, worauf es wirklich ankommt im Leben, das natürlich weitergeht….

Meine Meinung:

Lucy Dillon hat mir den Einstieg hier nicht leicht gemacht.
Sehr hoch war meine Erwartungshaltung an dieses Buch, da ich mich allein schon anhand des Klappentextes spontan mit Gina identifizieren konnte: Ein Neuanfang in einer viel kleineren Wohnung, die vollen Umzugskisten, die sich bis an die Decke stapeln und die damit verbundene Schwierigkeit, hier nun aussortieren zu müssen, ob man will oder nicht.
Die Idee mit den 100 wichtigsten Gegenständen finde ich super. So beginnt jedes der Kapitel mit einer kurzen Beschreibung eines Gegenstands, der sich im Laufe der folgenden Seiten wiederfinden lässt.
Dillon vermischt hier fast unmerklich die Gegenwart mit Geschichtsteilen, die der Vergangenheit zuzuordnen sind, so dass der Leser nach und nach ein Gesamtbild zusammensetzen kann. Viele Fragen klären sich im Lauf der Geschichte, so dass wir nicht nur die Gina von heute kennenlernen, sondern auch die Umstände, die sie zu der Person gemacht haben, die sie heute ist.
Anfangs jedoch kam ich immer wieder ins Stocken, da man sich beim Lesen sehr in Details verliert. Einerseits mag ich die genauen Beschreibungen sehr, aber stellenweise wurde es mir dann doch etwas zu viel des Guten, so dass ich das Buch trotz des grandiosen Plots immer wieder etwas zur Seite legen musste. Dies hatte aber auch einen entscheidenden Vorteil: Ich konnte mich länger erfreuen an einer Geschichte, die ich sonst vermutlich geradezu verschlungen hätte.
So bekam ich die Möglichkeit, genauer über das Gelesene nachzudenken und Schlüsse für mein Leben zu ziehen. Dies mag etwas übertrieben klingen, ist es aber nicht.
Dieses Buch hat mich berührt wie kaum ein anderes, zum Nachdenken bewegt und letztendlich auch für Entscheidungen gesorgt, die ich sonst vielleicht anders getroffen oder vor mich hingeschoben hätte.
Allein die Frage „Was ist wirklich wichtig im Leben?“ stellt sich der aufmerksame Leser automatisch.
Ich möchte nicht zu viel vom Plot verraten, kann jedoch versichern, dass ich jede Seite genossen habe, trotz – oder vielleicht gerade wegen? – der teilweise sehr detailreichen Beschreibungen und dahingehenden Lesepausen, die ich einlegte.
Während man sich die eine oder andere Entwicklung sehr gut hat denken können, wurde ich persönlich doch immer wieder überrascht von teilweise unerwarteten Wendungen.
Das offene Ende hinterlässt bei mir einen bitteren Beigeschmack, da ich Gina von Herzen ein klares positives Ende gewünscht hätte, doch hat es auch seinen Reiz, sich nun vorzustellen, wie es weitergeht mit ihr und ihren Lieben.

Fazit:

Ich kann für dieses lebensbejahende Buch einfach nur eine klare Leseempfehlung aussprechen für jeden, der sich nicht stört an detailreichen Erzählungen, sondern sie vielmehr genießt und auf sich wirken lässt!

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